


Die aktuelle Kolumne:
Wie man mit einer Gurke den Bundeskanzler anlockt...
Es ist nicht überliefert, ob Altbundeskanzler Gerhard Schröder von seiner Angetrauten, der Ex- Focus - Redakteurin Doris Köpf des öfteren zum Abendbrot Gurken serviert bekam.
Auf jeden Fall kam er im Oktober 2003 nicht umhin, auf einer Festveranstaltung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im Beisein von namhaften Oppositionspolitikern auch eine Laudatio auf einen Gurkenproduzenten aus dem Spreewald zu halten.
Die Spreewälder Gurkenfabrik gehörte zu den fünf ausgewählten erfolgreich geführten mittelständischen Familienbetrieben, die der BDI als Vorzeigeunternehmen einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Als einziges Unternehmen aus den neuen Bundesländern. Inmitten beispielsweise eines Sockenproduzenten oder einem bayrischen Industriekleber – Hersteller. Fünf von Hunderttausenden mittelständischen Unternehmen aus ganz Deutschland. Wieso gerade die? Wieso gerade Gurken? Ich habe es doch auch verdient, grummelt jetzt so mancher Mittelständler in sich hinein. Zweifellos hat so eine BDI - Motivation in Deutschland jeder verdient, der Arbeitsplätze schafft und erhält. Ich habe hinterher beim BDI nachgefragt, warum die Wahl gerade auf eine „Gurkentruppe“ aus dem Spreewald fiel. Und siehe da, neben der unternehmerischen Leistung war dem BDI auch die Public Relations des Unternehmens aufgefallen. Ein Team einer Düsseldorfer Werbeagentur, ein einheimischer PR – Spezialist, innovative freche Werbung, vernetzte Presseaktivitäten etwa mit den Filmproduzenten von „Good bye, Lenin“, unzählige Presseartikel, kurzum, alles was zu einer professionellen PR gehört.
Am Schluß jedenfalls stand die Laudatio des Bundeskanzlers. Auf jener Veranstaltung im Oktober war auch ein Unternehmer aus Mecklenburg – Vorpommern, der mit 20 Beschäftigten für die Deutsche Telekom Montagedienstleistungen erbrachte und zufällig mit den externen PR-Manager des Gurkenbetriebes ins Gespräch kam.
Heute hat dieser Unternehmer seine Belegschaft vervierfacht, in dem er die Klaviatur der Public Relations gespielt hat.
Aber das ist schon wieder eine andere Story.
